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BIOGRAPHIE
1918 wurde Ruggiero Ricci als drittes von sieben Kindern in einer wenig
begüterten Familie in San Bruno, Kalifornien geboren.
Der Vater, ein aus Italien eingewanderter Posaunist und sehr ehrgeizig,
bestimmte alle Kinder zu Musikern, ("either musician, or garbage
man").
Er hörte seinen Vater einen ungarischen Tanz von Brahms probieren
und sagte: "Das möchte ich spielen!". Der erste Violin-Unterricht
wurde auch vom Vater erteilt und die Geige wurde zum zentralen Gegenstand
für Ricci.
Mit 7 Jahren wurde Ricci Louis Persinger vorgestellt, der das große
Talent erkannte und Unterricht zusammen mit seiner Assistentin, Elizabeth
Lackey erteilte. Nach dem Gewinn einer Gold-Medaille bei einem örtlichen
Wettbewerb trat er erstmals 1928, im Alter von 10 Jahren auf. Louis Persinger
begleitete ein Programm mit u.a. Wieniawski und Vieutemps.
Ein Jahr später erfolgte das Orchester-Debut mit dem Mendelssohn-Konzert
und das erste Konzert in der Carnegie-Hall.
Ausgedehnten Tourneen in den USA folgten die Auslandsreisen nach England
und Deutschland.
Intensives Studium der Kompositionen von Paganini und ausgefallene Fingersätze
und auch Kompositionen sind kennzeichnend für die Entwicklung Riccis.
So empfiehlt er oft, Chopin-Kompositionen auf der Geige zu spielen. Ebenso
insistiert er, Etuden bis zur absoluten Meisterschaft auszuarbeiten.
1930 traf Ricci mit Fritz Kreisler und Jacques Thibaud anläßlich
einer Tournee an der Westküste der USA. Obwohl Unterricht durch Kreisler
beabsichtigt war, entschied sich Ricci für Georg Kulenkampff als
Lehrer.
Die Deutsche Spielweise, ohne Glissando oder Portamento, im Stile von
Adolf Busch war eine Bereicherung; Studien bei Michel Piastro und Paul
Stassevich folgten, danach kehrte Ricci wieder zu Persinger zurück.
Platteneinspielungen aus dem Jahr 1934 mit Persinger am Klavier geben
Zeugnis von der Perfektion, Selbverständlichkeit und Sicherheit im
Spiel, wie auch von einer hohen Musikalität.
Während der Zeit in der amerikanischen Armee, 1942 bis 1945 erarbeitet
Ricci ein Solo-Repertoire für Geige, wodurch er oft ohne Begleiter
auftreten konnte.
Paganini kam bei diesem eingeschlagenen Weg eine zentrale Rolle zu und
Ricci erinnert sich daran, viel Paganini gespielt zu haben, (in der Tradition
von Vasa Prihoda) und von der Spielweise Paganinis viel profitiert zu
haben.
1947 spielte Ricci zum ersten Mal die 24 Capriccios von Paganini auf Platte
ein. (Ossi Renardi hatte sie bereits vorher aufgenommen, zwar komplett
und mit Klavierbegleitung, leider stark gekürzt; man muß diese
Aufnahme - bei "Masters of the Bow" auf LP erschienen, nicht
kennen).
Die weiter langjährige Konzerttätigkeit - Ricci spielte über
6000 Konzerte in den über 70 Jahren seiner Solistenlaufbahn - wurde
durch ausgedehnte Lehr-Tätigkeit so auch am Mozarteum in Salzburg
und zahlreiche weiter Meisterkurse ergänzt.
1988 wendete sich Ricci nach Salzburg, nachdem er Meisterkurse in den
USA (Julliard, Indiana, Michigan und North Carolina), in Assisi und Berlin
gegeben hatte.
Sein Buch: "Left hand technique" erschien im Schirmer Verlag.
Es wurde in über 10jähriger Arbeit geschrieben.
Das Konzert "A Golden Jubilee" in der Carnegie Hall mit Martha
Agerich als Begleiterin erschien auf CD.
.
Zu seinem 80sten Geburtstag im Jahre 1998 spielte er ein Programm mit
Wieniawski, Ysaye, und Bach in der Wigmore Hall in London (obwohl sitzend,
jedoch die Bach Chaconne zwang ihn, aufzustehen).
Welcher Geiger kann in seiner Karriere über ein 50 Jahr Jubiläum
und 60 Jahre Jubiläum als weltberühmter Geiger verweisen?
Trotzdem. Bis heute, 2003, steckt Ricci voller Pläne und geht unbeirrt
seiner Lehr-Tätigkeit nach.
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