Die Biographie, Lebesdaten und wichtige Abschnitte
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"Damals
machte mir das Geigespielen keinen Spaß" Dieses
Zitat
kommt in der Biographie vor; ähnlich äußerte sich Milstein
in seinem Video-Interview (Quellenverweis).
Vergleich von Live-Erlebnissen und Live-Aufnahmen mit den Studio-Aufnahmen: Diejenigen Leser dieses Textes, die noch Gelegenheit hatten, Milstein in seinen Konzerten selbst zu hören, sind einer Meinung: Die Eindrücke des Meisters am Podium waren außergewöhnlich. Schon beim Betreten des Podiums wirkte Milstein wie ein "ungekrönter König" . Distanz zum Publikum schien es keine zu geben, Milstein spielte mit einer Selbstverständlichkeit und Souveränität, die das Publikum von der ersten Minute in seinen Bann zog.
Nur Bach ?? Milstein gilt noch heute, 2001, fast 10 Jahr nach seinem Tod, als der Meister der Interpretation der Solo-Sonaten und Partiten BWV 1001 bis 1006 von Bach. Wie er
selbst in seiner Biographie erwähnte, waren diese Werke zur Zeit seiner
Jugend in Rußland nur wenig bekannt und gespielt. Die zwei
zentralen Einspielungen sind:
Der
unvergleichliche Ton Der Ton Milsteins wurde oft als "silbrig" bezeichnet. Glücklicherweise existieren heute noch genug Aufnahmen von sehr guter Qualität und Aufnahmetechnik, die keinen Vergleich mit den neusten Aufnahmen des Geigers zu scheuen brauchen. Die Tongebung der Geiger aus der Schule von Leopold Auer zeichnet sich durch eine Ebenmäßigkeit aus, praktisch unhörbare Bogenwechsel, sparsamer Einsatz des Vibratos und große Klangfülle. Milsteins
Tongebung hat ihn wie keinen anderen Geiger befähigt, fast alle Stilarten
zu spielen. Ausser Bach spielte er ein sehr breites Repertoire, das vor allem
durch die Ton-Aufnahmen dokumentiert ist. Mit 82 Jahren auf dem Podium Üblicherweise geht man davon aus, daß im Alter mit dem Nachlassen der physischen Kräfte und dem Verschwinden des Eros im Manne auch die Fähigkeit erlischt, den schönen Violinton hervorzubringen. Nicht so gilt dies für Nathan Milstein! Im Gegenteil, manche der späten Aufnahmen zeigen eine Innigkeit im Ton und eine Reife des Spiels, die die oben gemachte Feststellung eindeutig widerlegt. Milstein
hatte bis zuletzt eine unfehlbare Intonation und eine volle Tongebung, die
seinen Jugendaufnahmen nicht nachsteht. Während der altersbedingte Abbau bei Spätaufnahmen von Mischa Elman oder Joszef Szigeti unüberhörbar ist, nichts dergleichen bei Milstein. Ich erinnere mich an eines der letzten Konzerte in Wien, bei dem Milstein das ganze Bach-Programm in der oberen Bogenhälfte spielte (Probleme im Ellbogen?). Unglaublicherweise war auch weiter hinten im Großen Saal des Konzerthauses im Wien der berühmte Milstein-Ton unverändert zu hören. Thema 6
Fortsetzung
zum Thema "Live oder Studio... Das größte Erlebnis war jedoch, Milstein aus der Nähe zu hören. Man konnte in den 50er Jahren in den Wiener Konzertsälen nach Ende des offiziellen Programme im Mittelgang nach vorne gehen. Aus ca. 5 Meter Entfernung klang dann sein Spiel so, als würde er für jeden einzelnen Zuhörer alleine spielen. Die beliebte Zugabe, "Sicilienne" von Maria Theresia Paradis, gespielt con sordino, klang trotzdem im pianissimo bis in die hinterste Reihe des Saales. Ich erinnere mich an eine Zugabe des moto perpetuo von Paganini, in rasendem Tempo gespielt, bei dem Milstein einzelne Noten mit Ganz-Bogenstrich ( ! ) nahm, um ihnen die nötige Akzentuierung zu verleihen. Dieses
"Aus-sich-herausgehen" demonstrierte Milstein genauso bei Bach und
anderen Komponisten. Jedoch war er kein Freund von Konzert-Mitschnitten, wie
mir die damalige Leitung des Konzerthauses in Wien erfuhr. Was unvergessen bleibt, ist die Gestalt dieses Meisters, auf der Bühne unverrückbar stehend und seine ebenmäßige nahtlose Tonproduktion, mit der er vor allem sein Wiener Publikum immer wieder in atemloses Staunen versetzte und das ihm die Erlebnisse mit Applaus von weit über einer halben Stunde dankte. Der Besucher möge sich selbst überzeugen, wenn er Zugang zu Live-Aufnahmen hat. Thema 8
Thema 9
Thema 0
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