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Biographie

 

Lebenslauf von L. Kogan

Leonid Kogan wurde am 14. November 1924 in Dnepropetrovsk in der Ukraine geboren. Beide Eltern waren Photographen, schon im Alter von 3 Jahren faszinierte ihn der Violinton seines Vaters, der ein Amateurgeiger war. Im Alter von 5 Jahren begann er zu spielen, wobei der Vater ihn mit seiner Kindergeige zu Philip Yampolsky, einen Auer-Schüler und sehr guten Pädagogen. (er steht in keiner Beziehung zu Abraham Yampolsky, einem anderen Auer-Schüler.)Eine große Inspiration erfuhr der Junge durch das Spiel von David Oistrach, den er 1032 hörte. Im Alter von 10 Jahren wechselte er zu Abram Yampolsky an das Moskauer Konservatorium. Zu der Zeit war er bereits einmal öffentlich in Kharkov aufgetreten. Unter dem Einfluß von Yampolsky gedieh Kogan bestens. Besondere Impulse erhielt er durch Josef Szigeti, der in den 30er Jahren Rußland besuchte, und besonders von Heifetz im Jahre 1934, den er als den "Idealen Künstler" bezeichnete. Lebenslang behielt er die Transkriptionen von Heifetz in seinem Repertoire.
1941: Das offizielle Debüt von Kogan mit dem Brahms-Konzert im großen Saal des Moskauer Konservatoriums.
Die weiteren Studien dauerten in Moskau von 1943 bis 1948 und als Assistent von Yampolsky bis 1951. Zu dieser Zeit gab er sein erstes Konzert mit den 24 Capriccios von Paganini.
Seit 1942 war L. Kogan mit Yelisaveta Gilels, der Schwester des Pianisten Emil G. verheiratet. Auch seine Frau war Geigerin, sie traten als Duo auf, besonders mit den Werken von Ysaye`s Duo-Sonate in C-Dur und dem Bach Doppelkonzert. Beide Kinder der Kogans wurden Musiker: Der Sohn Pavel (geb. 1952) wurde Geiger, die Tochter Nina (geb. 1954) Pianistin.
Der Weg zur Weltspitze der Geiger fiel Kogan nicht leicht: Als Jude wurde er in Rußland diskriminiert und konnte trotz seines phantastischen Talents erst 1955 sein Debut in London und Paris geben. Vorher hatte er beim Welt-Jugendfest in Prag 1947 gewonnen. 1951 gewann er den Ysaye-Wettbewerb in Brüssel. Sein Sohn Pavel erzählte, daß Stalin selbst am Sieg eines Russen interessiert war und D. Oistrach fragte, wer am ehesten gewinnen könnte. Dieser soll gesagt haben: "Wenn wir gewinnen wollen, muß Kogan teilnehmen". Kogan wurde erst 10 Tage vor dem Wettbewerb verständigt.
Den Europa-Debüts folgte sein erstes Auftreten und der Vereinigten Staaten. (1956). Nach seinem Brahms-Konzert unter Pierre Monteux in der Carnegie Hall soll der Applaus ganze 18 Minuten gedauert haben.
Auch in Rußland wurde Kogan mehrfach ausgezeichnet: 1955 als Künstler und 1964 als Künstler des Volkes. Unterricht gab er in Moskau ständig als besonders gesuchter Lehrer; seine heute berühmteste Schölerin ist Viktoria Mullova. Mit dem Sohn Pavel trat Kogan oft die Sonaten von Telemann und Leclair, leider existieren davon keine Aufnahmen.
Kammermusik: Bereits im Jahre 1948 trat Kogan mit Grigory Ginzburg, einem bereits berühmten Pianisten mit dem Repertoire von Bach, Händel, Mozart und Beethoven auf. Ab 1950 trat das Streichtrio mit Rudolf Barshai und M. Rostropovich auf, wobei die Aufnahmen von Tschaikowskys "Souvenir de Florence" (mit Yelisaveta Gilels, Barshai, Teryan, S. Knushevitsky und Rostropovich wurde als eine der bemerkenswertesten Aufnahmen überhaupt bezeichnet.
Die wichtigste Trio-Besetzung war Kogan, Gilels und Rostropovich, von der hervorragende Aufnahmen des "Erzherzog-Trios, sowie Aufnahmen von Haydn, Mozart und Brahms stammen.
Durch politische Beschuldigungen, Kogan hätte Berichte über Rostropovich und Gilels für den KGB gemacht.
Auftritte in Österreich: Exemplarisch für die Wirkung von Leonid Kogan als Welt-Spitzengeiger sind seine Auftritte in Österreich anzusehen. Über sie wird im Kapitel "Kunst" berichtet.
Kogan litt an Magenproblemen. Eine Herzattacke in den 70er Jahren war ein ernstes Zeichen, das aber nicht genug ernst genommen wurde. Daneben forderte Lampenfieber zeit seiner Karriere seinen Tribut.
Nach einer anstrengenden Tournee bei der er an 5 Tagen das Beethoven Konzert gespielt hatte (das letzte am 15. Dezember 1982 in Wien.) Am 17. Dezember starb Kogan an einer Herzattacke während einer Bahnfahrt.
   
Letzte Änderung am: 24.02.2012  
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