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Die Wandlung des Violinspieles in den letzten 30 Jahren:

Wir haben mit der Präzision der digitalen Welt auch am Konzertpodium einen neuen Interpretationsstandard geschaffen. Der Perfektionsanspruch ist dadurch wesentlich höher als vor 50 Jahren.

"Die Schattenseite dieser Entwicklung ist, daß der Geiger gegen seine eigenen CD-Aufnahmen anspielen muß. Die Forschung in historischen Quellen und alten Notentexten hat viele neue Erkenntnisse zutage gefördert. Die moderne Notenschrift hingegen wird immer genauer durch detaillierte Spielanweisungen. Durch all diese Faktoren wird der Spielraum der Interpretation immer weiter eingeengt."

Bei Bach finden sich selten dynamische Anweisungen, die Phrasierung ist dem Interpreten weitgehend überlassen. Eine moderne Partitur hingegen ist gespickt mit den verschiedensten Anweisungen, die zugleich zu erfüllen sind. Der Solist wird so zur Ausübungsmaschine der Partitur. Dies fördert sicher nicht die Kreativität des Interpreten und die Einschränkung seines Gestaltungspotentials wird dadurch problematisch.

"Einige große Violinschulen der Welt haben ihr System sehr gut in den Musikmarkt einbringen können. Dadurch wird erreicht, daß sich mit den drei Zauberwörtern "Großer Ton", "Rhythmus" und "Gute Promotion" bereits ein Karriereversprechen einlösen läßt."

Als Folge dieser Entwicklung beobachten wir eine Verarmung des persönlichen Interpretationsstiles. Nach wie vor setzt Europa durch seine Tradition und die Geschichte der Interpretation klassischer Musik Maßstäbe und davon gehen wesentliche Impulse aus.
Beispielhaft wären hier zu nennen Harnoncourt, Heinrich Schiff, Andras Schiff und Gardiner, aber auch italienische Dirigenten.

 
© Andromeda. Letzte Änderung am: 24.02.2012