Meta - Literatur

Schon in den Jahren, als Thomas Bernhard noch lebte und vielleicht noch ein Insider-Tip war, gab es Meta-Literatur in beträchtlichem Umfang.
Seit dieser Zeit (um 1970), als die ersten Veröffentlichungen über Thomas Bernhars erschienen, liegen bis heute sicher mehr als 100 Bücher über diesen Autor vor.

Von allen nur denkbaren Richtungen aus wird versucht, verschiedenen Aspekten der Persönlichkeit und des Schaffens von Thomas Bernhards durch Erklärungen, Beschreibungen und Studien beizukommen.

Zu den frühen Veröffentlichungen gehören
"Über Thomas Bernhard" herausgegeben von Anneliese Botond (Edition Suhrkamp 401, 1970) und
Bernhard Sorg:"Thomas Bernhard" (Autorenbücher Nr. 7, Verlag C.H.Beck, 1977).

In dieser Fülle von teilweise sehr kontroversiellen Publikationen
(Ein Verzeichnis ist z.B. in in: Manfred Mittermayer: "Th.B.", Sammlung Metzler, Band 291, 1995 enthalten) findet sich zwar vieles, jedoch kein schlüssige und überzeugende Klärung essentieller Fragen, wie etwa "Was macht die Gestaltungskraft von Th. B. aus?", oder
"Worin ist die Gewalt, die in jeder Aussage im Werk von Th. B., noch mehr, in seinem persönlichen Wort vermittelt wird, begründet?"

Ich schreibe kein Buch über Thomas Bernhard.

Es ergeht ihm, (nämlichTh. B.) bezw dem Autor ähnlich wie Franz Kafka. Über ihn wurde sehr viel geschrieben, ja, es war sogar nicht nur Mode, sondern sogar notwendig, ein Buch über Kafka zu schreiben, wenn man in der Literatur-Szene etwas gelten wollte.

Dieses nicht unbekannten Phänomens hat sich sehr treffend Wolfgang Hildesheimer angenommen.
In seiner Geschichte: "Ich schreibe kein Buch über Kafka" hat er diese Entwicklung sehr treffend dargelegt.
Die Hauptperson der Geschichte schwimmt eindeutig gegen den Strom, wenn sie kein Buch über F. Kafka schreibt, wie das jeder sensible Intellektuelle tut. Da bereits jeder seiner Bekannten ein Buch über Kafka schrieb, blieb kaum mehr ein Aspekt über, in dessen Licht er hätte Kafka deuten können.
Ebenso gab er die Absicht auf, ein Buch über einen bedeutenden Kafka-Biographen zu schreiben. Stattdessen entschied er, ein Buch über Ekkehard Golch zu schreiben.
Für diejenigen, denen Ekkehard Golch nicht direkt ein Begriff ist, oder bis dahin nicht war, sei erklärt, daß diese Person außer einem weitgehend ereignislosen Leben ein Hauptwerk verfasst hatte, welches Leben und Werk eines gewissen James Boswells behandelte. Dieser wiederum war der Biograph Johnsons, eines Lexikographen.
Auf weiter Ausführungen wird an dieser Stelle verzichtet, es sei nur gesagt, daß die Kette an Werken sowohl an Umfang wie auch an Intensität beträchtlich zunimmt...

Warum also kein Buch über Thomas Bernhard ?
Auch auf die Gefahr hin, in keinem Werk zitiert oder auch nur erwähnt zu werden, erscheint es nicht mehr angebracht, der bestehenden Literatur noch ein weiteres hinzuzufügen.
Der Nachlaß von Thomas Bernhard, der seit dem Jahre 2001 großteils veröffentlicht wurde, wird zwar neues Material in beträchtlichem Umfang liefern, ...trotzdem:
           kein Buch über Thomas Bernhard

 

 

Entscheidenden Fragen zu Thomas Bernhard sind bis heute unbeantwortet, wie etwa "Was macht die Gestaltungskraft von Th. B. aus?", oder "Was macht die Gewalt, die in jeder Aussage im Werk von Th. B., noch mehr, in seinem persönlichen Wort vermittelt wird, aus?"

Wie also kommen wir zu den wesentlichen Antworten? Die in dieser Arbeit vorgestellte Lösung bietet weder Analysen oder Detail-Studien, sondern nur das Werk und die persönliche Aussage des Autors selbst. Es bleibt trotz aller Versuche der Hilfestellung weiter und ausschließlich dem Leser bezw. Hören oder Theaterbesucher überlassen, seine eigene Interpretation zu finden und eigene gedankliche Ansätze zu finden, was gerade bei Thomas Bernhard durch den Zusammenhang im Gesamt-Werk erleichtert wird.

Dieser Ansatz schließt unmittelbar an die vom Alfred Hrdlitschka geäußerte Darstellung über die Kunst-Rezeption an, die er zu seinem Denkmal auf der Albertina in Wien gab: Zitat, annähernd wörtlich:"Ich wurde mehrmals gebeten, eine Beschreibung zu der Thematik dieses Monumentes zu verfassen. Aber ich denke nicht daran, dies zu tun, denn die Leute sollen sich davor stellen und ihre eigenen Gedanken erleben oder formulieren..." Ende Zitat.

Diese Arbeit über Thomas Bernhard stützt sich auch aus den genannte Gründen wesentlich auf das Zitat des Autors, dem keine Alternative auch nur annähernd in der Prägnanz und Radikalität gleichkommt. (Vgl. Wendelin Schmidt Dengler in "Der Tod als Naturwissenschaft neben dem Leben, Leben")

Unveröffentlichte Werke

In der Ausstellung "Thomas Bernhard und seine Lebensmenschen" (im Frühjahr 2001 in Wien und Linz) wurden zahlreiche Manuskript-Teile von Frühwerken und unveröffentlichten Werken T. Bernhards gezeigt. Daraus konnten wertvolle Einblicke in den Schaffensprozess einerseits aber auch in die Entwicklung des Stils und der Werke andererseits gewonnen werden. Sowohl die Verdüsterung in der Lyrik z.B. das Gedicht "Die Königin der Städte", eine Verherrlichung der Stadt und die Wandlung zur Darstellung als unmenschliche Nazi- und Katholikenstadt sind erkennbar, als auch das Ringen des Autors um endgültige Form, Titel und Inhalt einzelner Romane.

Seit dem Jahre 2001 wurde der Nachlaß in Gmunden der breiten Leserschaft zugänglich gemacht. Ebenso wird diese Lücke mit der Veröffentlichung der Gesamtausgabe Bernhards geschlossen.

Unveröffentlichte Werke und Nachlaß
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Nur Zitate können an Aussage-Kraft. die Thomas Bernhard auszeichnet mit dem eigentlichen Werk mithalten: Mit seiner Prosa, seiner (frühen) Lyrik und den Bühnenstücken.
Darüberhinaus ist das wenige Ton- und Bildmaterial, das wir von Th. Bernhard besitzen, von unschätzbarem Wert. Seine persönliche Ausdrucksweise, die Nuancen seiner Sprache, die zwischen einer sehr breiten Gefühls-Palette zu unterscheiden erlauben, gestatten Einblicke, die auch beim Lesen nicht, in den Bühnenwerken schon besser zutage treten.

Es bleiben also die für Th. Bernhard so prägnanten und in ihrer Ausdrucksweise fast immer radikalen Beurteilungen, Bezichtigungen und Verallgemeinerungen. Mögen diese auch fortwährend den Zuhörer, Leser usf. vor den Kopf stoßen, so sind sie doch einer der individuellsten und prägendsten Bestandteile des Werkes.

Keine noch so messerscharfe oder detaillierte Analyse wird dem gerecht.

Zu den Zitaten: klicke hier...

Der Leser oder Besucher dieser Abhandlung kann sich einfach treiben lassen von den Zitaten aus verschiedenen Werken und zu verschiedenen Themenkreisen, die sich vereinzelt oder permanent durch das Werk ziehen.

 

Zu guter Letzt werden dann alle Dinge, die er zu Lebzeiten besessen hat, irgendwo zusammengetragen, als sogenannte "Sammlung", entweder in einer Villa oder in einem Schloß, das er sich selbst nie hätte leisten können und die Leute gehen dort hinein
und gaffen alles an, und sagen,
"schau, das ist die Jacke, die er getragen hat... "oder
"schau, da hat er einen Zettel vollgekritzelt..,"
und der, um den es eigentlich geht, der kann vielleicht zuschauen und lacht über das ganze Theater und die Gedanken der Leute
beim Anschauen der Sammlung,
wie er zu Lebzeiten schon das meiste lächerlich gefunden hat und keiner von denen da unten weiß ...ist es eine Komödie, oder ist es eine Tragödie ?...
Thema 7
Thema 8
Thema 9

 

Hier werden verschiedene Themen erörtert, die Thomas Bernhard als Person, seine Wirkung und seine Darstellung heute, weit mehr als 10 Jahre nach seinem Tod, betreffen.

Seit den Jahren, als Thomas Bernhard noch lebte und vielleicht noch ein Insider-Tip war, ist die Meta-Literatur beträchtlich...
Ich schreibe kein Buch über Thomas Bernhard, denn...
Die entscheidenden Fragen zu Thomas Bernhard sind bis heute unbeantwortet,
Unveröffentlichte Werke geben Einblick in die Art des Entstehens der zu Lebzeiten erschienenen Werke
Die Wirkung der Zitate kann durch keine andere Publikation auch nur annähernd erreicht werden
Was hätte er selbst wohl gesagt ?
Kurz 7
Kurz 8
Kurz 9
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Darum also nur Zitate...
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