Der Mensch hinter dem Schriftsteller:

Frau Claudia Caspers, eine führende Graphologin, hat eine Schriftanalyse erstellt, die die Persönlichkeit
von Th. Bernhard beleuchtet.
Die Homepage von Frau Caspers finden Sie hier: http://www.graphologie.cc
Diese Schriftanalyse wird hier mit freundlicher Genehmigung von Frau Claudia Caspers wiedergegeben.

 

Schriftprobe von Thomas Bernhard

 

Thomas Bernhard

Tätigkeit: Schriftsteller,
geb. am 9. Februar 1931 in Heerlen bei Maastricht/Holland

Analysierte Schriftprobe: Brief an Hilde Spiel vom 2. März 1971
Alter des Schreibers zur Zeit der Schriftprobe: 40 Jahre


 

Schriftprobe herunterladen (PDF Datei, 129 kB)

Interpretation der Analyse:
In der vorliegenden Schrift überwiegt das erlebnisgebundene Denken und Vorstellen das abstrakte Denken. Geschickt und schnell verbindet er aufgrund von Assoziationen die verschiedensten Themenkreise, wobei ihm an detaillierten Analysen weniger gelegen ist, sondern mehr an der großen Gesamtschau, dem Einfangen und der Wiedergabe von Stimmungen sowie einem flüssigen Gedankenablauf. Dabei bewegt er sich auf ungewohnten Denkbahnen, findet eigenständige und kreative Ideen, Denkmodelle, etc. Seine Gedanken präsentiert er sprunghaft und umschreibend. Manches Mal ist er zu flüchtig, ungeduldig und leichtfertig, um Gedankengänge ganz zu durchdenken. An Details erinnert er sich am besten, wenn Sie im Zusammenhang mit einem bestimmten Muster stehen.
Der Schreiber bevorzugt eine Arbeit und Umgebung mit Abwechslung, er schätzt es, wenn er immer wieder neue Lösungen zu Problemen finden kann. Durch unflexible Strukturen, feste Abläufe, Vorschriften und fixe Pläne fühlt er sich eingeengt. Regeln oder Normen spielen weder in seinem Denken, noch in seinem Verhalten oder seiner Urteilsbildung eine ausschlaggebende Rolle. Er zieht es vor, die Dinge so lange wie möglich offen zu halten, Lösungen situativ und selbständig zu erarbeiten. Die in diesem Absatz erläuterten Fähigkeit kann er bei seiner schriftstellerischen Tätigkeit gut einbringen.
Seine Persönlichkeit ist sehr stark von einer inneren Unruhe geprägt, was sich daraus erklärt, dass er sich gegen innere und äußere Reize schlecht abgrenzen kann. Sich auf etwas zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen, fällt ihm schwer. Auf Außenstehende kann er den Eindruck eines Sich-treiben-Lassenden erwecken, der immer auf dem Sprung zu etwas ist und stets neue Ideen hat.
Der Umgang mit dem Schreiber gestaltet sich nicht ganz unkompliziert. Er scheint sich zwar teilweise anzupassen und tolerant zu sein, aber mehr aufgrund von Desinteresse. Seine Nonchalance sowie das Nicht-Fixieren bei Entscheidungen können im Umgang mit ihm sehr angenehm sein. In bezug auf gemeinsame Entscheidungen oder Projekte, bei denen Initiative unabhängig von persönlichen Vorlieben und Stimmungen gefragt ist, definitive Aussagen und das Beziehen eines festen Standpunkts notwendig wären, können diese Eigenschaften auch eine mühsame Seite haben. Seine eigenwilligen Vorstellungen, Überzeugungen sowie Darstellungswünsche können öfter etwas zu sehr in den Vordergrund rücken, was der Zusammenarbeit, Toleranz und Kompromissbereitschaft im Wege stehen kann. Dem Schreiber liegt zudem nicht sehr viel daran von seiner Umwelt verstanden zu werden. Darin zeigt sich ein gewisses Exklusivitätsgefühl: er nimmt sich die Freiheit, Dinge so zu gestalten und darzustellen, wie er sie für richtig hält ohne allzu sehr darauf zu achten, ob dies im Einklang mit seiner Umwelt steht. Sein wechselhaftes und schwer einschätzbares Verhalten erklärt sich dadurch, dass er häufigen Stimmungsschwankungen unterworfen ist. Hinzu kommen seine Vieldeutigkeit, Strohfeuernatur, sein Abwechslungsbedürfnis und eine daraus resultierende Unbeständigkeit - Eigenschaften, die einen Kontakt sowohl anstrengend und kompliziert als auch lebendig und vielseitig werden lassen können.

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