Die Krucka

"Auf der Krucka liegt Schnee, sagte ich, ich war gerade in Neukirchen, da ist alles weiß. Ja, das weiß ich, deswegen fahre ich ja hinein, sagte Thomas. Es gab wieder, wie schon bei der Begrüßung, ein für die Öffentlichkeit bestimmtes, korrektes, herzliches Händeschütteln, während wir sonst unter uns sehr lässig, gemütlich auseinandergehen."

Die Krucka ist ein Haus, das Th. Bernhard 1972 neben dem Haus in Ohldorf erwarb.

Die Krucka - Großes BildDie Krucka am Grasberg bei Gmunden


Die KruckaFreunde bei der Krucka: H-J. E. mit Gattin

In dem Buch von Hennetmeir (Residenz Verlag) finden sich folgende Hinweise: Nur unter dem 6. Jänner 1972 steht genaueres. Da ist auf S. 27 (schlecht kopiert):

der Vorvertrag zwischen Josef Schmid, Fuhrwerker und Thomas Bernhard, Landwirt u. Literat moderner Literaturklassiker, über die Liegenschaft Grasberg No 98 EZ 108, 109 u. 159 KG Grasberg Bez. Gmunden. Das ist die sogenannte "Krucka". Im Text steht am 6. Jänner:

"Heute genau vor sieben Jahren am Dreikönigstag hat Thomas um 14 Uhr in Begleitung seiner Tante (Frau Stavianicek) den Kaufvertrag für den Vierkanthof in Nathal unterschrieben. Zu diesem Jubiläum habe ich Thomas bisher immer zu Mittag eingeladen. Da wir dieses Festessen mit Rehbraten gestern mit Dr. Schmied schon vorweggenommen haben, erwarte ich Thomas abends. Er kommt um 18 Uhr und bleibt bis 22 Uhr. Er kam ohne Auto und lehnt es ab, daß ich ihn im Wagen nach Hause bringe. Er habe wie in den letzten Tagen viel zu wenig Bewegung gehabt. Morgen werde er aus diesem Grund auf der Krucka - dies ist der Hausname der von ihm am 29. März 1971 zugekauften Liegenschaft Grasberg 98 - arbeiten. Die Information, welche ich mit Thomas aufgenommen habe, lege ich in Fotokopie bei. Das Original ist in meinem Besitz, denn als ich merkte, daß der Anwalt mit diesem Original Freude hätte, habe ich diesem die Durchschrift überreicht, um den Hauptvertrag verfassen zu können."

Die anderen Hinweise betreffen Gespräche auf dem Gelände. Einmal zeigt Bernhard die Stelle, wo er sich mit der Kettensäge ins Bein gesägt hat,
dabei und an einer späteren Stelle finden sich Hinweise, daß er sich
auf dem Gelände begraben lassen wollte. Vom Lüften des Hauses und Spazieren
über die Wiesen ist die Rede.

Unter dem 13. November:
...Dann gab ich Thomas den Vordruck einer Erklärung zum Kirchenaustritt, den ich kurz vorher von der Bezirkshauptmannschaft geholt hatte. Thomas hatte nur zu unterschreiben und diese Erklärung mit dem Taufschein an die BH zu senden. Ohne Stempelmarken, ohne alles. Thomas sagte: Gut, daß das so einfach ist, ich werde das sofort absenden. Jetzt fahre ich noch auf die Krucka, und abends komm ich zu dir. Auf der Krucka liegt Schnee, sagte ich, ich war gerade in Neukirchen, da ist alles weiß. Ja, das weiß ich, deswegen fahre ich ja hinein, sagte Thomas.

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